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Wohnen

Auf Nachhaltigkeit eingerichtet

Der Gebäudesektor macht rund ein Drittel des gesamten Energiebedarfs in Deutschland aus. Hier schlummern große Potenziale zur Einsparung von CO2. Zum Beispiel liegen diese in modernen Dämm- und Heiztechniken, Photovoltaikanlagen und Gebäudeautomationen. Aber nicht nur Hausbesitzer*innen und solche, die es werden wollen, können etwas tun. Unternehmen, Kommunen und Mieter*innen können die Energiewende aktiv mitgestalten. Dabei helfen vielfältige Förderprogramme und Energieberatungen. Der erste Schritt zu einer positiven Veränderung besteht häufig darin, sich zu informieren, wo Energie verbraucht wird und wo Energie gespart werden kann. Doch auch abseits der energiepolitischen Initiativen werden Menschen immer häufiger selbst aktiv. So werden gemeinschaftliche Wohnformen immer beliebter. Gemeinschaftlichkeit heißt dabei nicht nur mehr Miteinander. Sondern das gemeinsame und daher sparsamere Nutzen von Ressourcen. Ob im Unternehmen, im Eigenheim oder der Mietwohnung – in Schleswig-Holstein richten sich Land und Leute auf Nachhaltigkeit ein.

Grafik eines Wohnzimmers, mit einem Sofa, Sesseln, Regalen und einem Fernseher.

Informieren

Drehbuch für die ökologische Zukunft

Klimaschutz wird im echten Norden großgeschrieben. Der schleswig-holsteinische Landtag hat im November 2021 die Novellierung des Energiewende- und Klimaschutzgesetzes beschlossen. Das fokussiert Ziele für die Reduktion der Treibhausgasemissionen sowie den Weg dorthin. Bis zum Jahr 2030 sollen sie um bis zu 65 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Wichtiger Bestandteil der geplanten Maßnahmen ist der stärkere Zubau von Photovoltaikanlagen auf Dächern und Parkplätzen.

Grafik von Solarpaneelen auf einer Wiese, mit Schafen und Bäumen.

Größere Kommunen werden verpflichtet, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Nicht verpflichteten Gemeinden können Wärme-und Kältepläne auf freiwilliger Basis aufstellen und die Kosten dafür durch eine Förderung decken. Zudem wird eine Nutzungspflicht für Erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung des Gebäudebestandes eingeführt. In Schleswig-Holstein wurden im Jahr 2016 bereits 19,2 Terawattstunden Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt und damit ein rechnerischer Anteil von rund 122 Prozent am Bruttostromverbrauch erreicht. Damit hat Schleswig-Holstein im Länder-Ranking einen klaren Spitzenplatz. Der Strombedarf wird jedoch steigen, je mehr auf Erneuerbare Energie in den Bereichen Verkehr und Wärme umgestiegen wird.

Informieren sie sich hier darüber, was das neue EWKG für Sie bedeutet:

Dieses Gesetz schreibt das Drehbuch für eine gute ökonomische und ökologische Zukunft des Landes weiter.

Umweltminister Jan Philipp Albrecht

Raumwärme verursacht die meisten Emissionen

Mit 62,8 Prozent steht das Heizen von Wohnräumen an erster Stelle der CO2-Quellen. Die Raumwärme nimmt damit den mit großem Abstand größten Teil der emissionsverursachenden Bereiche ein. Mit richtigem Heizen und Lüften, aber vor allem durch Modernisierung der Gebäudehülle und der Heizung lässt sich hier sehr viel CO2 einsparen.

Kohlendioxid-Emissionen nach Anwendungsbereichen im Bedarfsfeld „Wohnen“ 2018
Infografik über die Verteilung der 206,9 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emmissionen. Das Bedarfsfeld Wohnen stellt eine Kohlendioxid-Emissionsquelle dar: Die Nutzung von Raumwärme verursacht in Deutschland beispielsweise mehr als die Hälfte der Kohlendioxid-Emissionen von den insgesamt 206,9 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen, die im Bereich Wohnen emittiert werden. Quelle: Statistisches Bundesamt, Umweltökonomische Gesamtrechnung. Private Haushalte und Umwelt, Tab. 7.1, Wiesbaden 2020 *temperturbereinigt
Wind und Sonne: Starkes Duo für nachhaltiges Wohnen

Die Energieträger der Zukunft heißen Photovoltaik und Windkraft. In Schleswig-Holstein sind sie bereits Alltag. Und werden weiter ausgebaut. Denn zukünftig werden mehr Häuser durch Nahwärme-Konzepte wie zum Beispiel eine Wärmepumpe beheizt werden.

Photovoltaik-Ausbau in Schleswig-Holstein von 01.2019 bis 07.2021 (Stückzahl)
In der Infografik wirkt gezeigt, dass der Photovoltaik Ausbau in Schleswig-Holstein in den Jahren 2019-2021 stark zunimmt. Schleswig-Holstein auf dem Weg in die klimafreundliche Zukunft: Die Mischung machts: Photovoltaik und Windkraft sind die neuen Energieträger. Quelle: IWR 2021; Markstammdatenregister (MaStR)
Windkraftanlagen (WKA) in Schleswig-Holstein (30.06.2021)
Die Inforgrafik zeigt die Anzahl der Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein und die erbrachte Leistung. Erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein: Windkraftanlagen. Quelle: Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein, 2021
Mehr Platz – mehr CO2

Seit 20 Jahren steigt der Platzbedarf pro Person an. Die Wohnungen werden größer, auf immer mehr Quadratmetern leben immer weniger Menschen. Das Problem: Größere Räume brauchen mehr Energie, um beheizt zu werden. Mit steigenden Quadratmetern steigen auch die CO2-Emissionen.

Durchschnittliche Wohnungsgröße in m² in Schleswig-Holstein von 2000 bis 2020 (Stand: jeweils 31. Dezember)
Wohnungen werden immer größer. Und damit auch die Fläche, die ein Mensch in Schleswig-Holstein bewohnt. Laut dem Statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein ist die durchschnittliche Wohnungsgröße seit dem Jahr 2000 um 7,8 m² und die Quadratmeterzahl pro Person um durchschnittlich 8,4 m² angestiegen. Wohnungen werden immer größer. Und damit auch die Fläche, die ein Mensch in Schleswig-Holstein bewohnt. Laut dem Statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein ist die durchschnittliche Wohnungsgröße seit dem Jahr 2000 um 7,8 m² und die Quadratmeterzahl pro Person um durchschnittlich 8,4 m² angestiegen. Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, 2021

Reetdächer – landestypisch nachhaltig

Ökologisches Bauen beginnt meist schon bei der Wahl der Baumaterialien. Die in Schleswig-Holstein verbreiteten reetgedeckten Häuser haben eine vergleichsweise bessere Öko-Bilanz als herkömmliche Baumaterialien. Reet ist ein nachwachsender Rohstoff, der nach Ende seiner Nutzungsdauer problemlos kompostiert werden kann. Und typisch für Schleswig-Holstein sind reetgedeckte Häuser allemal. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, nachhaltig zu bauen. Einen Überblick liefert der Leitfaden Nachhaltiges Bauen des Bundesministeriums des Inneren für Bau und Heimat.

Grafik eines Reetdachhauses.

Fördern

So förderte Schleswig-Holstein die Energiewende

Grafik eines orangenen Sparschweins mit einer Münze im Geldschlitz.
  • 6,1 Mio. € Förderung für klimafreundliches Handeln der Bürger*innen im Jahr 2020 und 2021 für 6.200 Förderanträge 
  • davon 630.000 € Förderung für Ladestationen für 2.000 Förderanträge

und 2,5 Mio. € Förderung für Batteriespeicher von Solaranlagen im Jahr 2021 für 1.000 Förderanträge

Für Privatpersonen

Rückenwind für klimafreundliche Eigenheime und Bürgerprojekte

Wer klimafreundlich bauen oder eine energieeffiziente Immobilie kaufen möchte, bekommt Unterstützung von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Mit dem KfW-Programm Bundesförderung für Effiziente Gebäude für den Bau oder Kauf von Wohneigentum gibt es die Finanzierung für besonders energieeffiziente Neubauten. Bis zu 120.000 € je Wohneinheit oder bis zu 30. 000 € Tilgungszuschuss je Wohneinheit machen das energieeffiziente Wohnen im Eigentum attraktiv. Mit dem KfW-Programm Energieeffizient Sanieren gibt es zudem einen Ergänzungskredit für Mietimmobilien. Bis zu 50.000 € je Wohneinheit gibt es für die Heizungsumstellung auf erneuerbare Energien. Außerdem stärkt der Bürgerenergiefonds die Mitwirkung der Bürger*innen an der Energiewende vor Ort. Gefördert werden dabei vorbereitende Maßnahmen für Bürgerenergieprojekte mit bis zu 200.000 €, die einen Beitrag zur Treibhausgasminderung leisten wollen.

Energiecheck machen und lossparen

Wie spare ich zuhause Energie? Bekomme ich Fördermittel für eine energetische Sanierung? Und welche Dämmung ist die richtige? Es gibt viele Wege Energie einzusparen – ob beim Bauen, im Unternehmen oder einfach im Homeoffice. Wer nicht genau weiß, was zu tun ist, findet bei der Verbraucherzentrale kompetente Energie-Beratung. Hier ist guter Rat nicht nur nicht teuer. Sondern kostenlos.

Für Städte und Gemeinden

Unterstützung bei der Energiewende vor Ort

Städte und Gemeinden bekommen Rückenwind bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Das Land Schleswig-Holstein hat dazu die Initiative ergriffen: Die Energie- und Klimaschutzinitiative Schleswig-Holstein (EKI). Mit vielfältigen Angeboten unterstützt das Land die Gemeinden bei der Energiewende vor Ort. Dazu zählen Beratungen, Veranstaltungen und Unterstützung bei der Beantragung von EU-Fördermitteln. Das Angebot richtet sich an kommunale Akteure wie Kommunalverwaltungen, kommunale Energieversorger und Immobiliengesellschaften. Das Land unterstützt sie dabei, Klimaschutzmaßnahmen eigenständig umzusetzen. Im Mittelpunkt steht dabei die Energiewende im Bereich Wärme.

Für alle

Förderung so einfach wie nie

Durch veraltete Dämmsysteme, ineffiziente Heizungen oder undichte Fenster im Gebäude gehen große Mengen an Energie ungenutzt verloren. Und verursachen unnötigen Ausstoß von CO2. Doch heute gibt es vielfältige Möglichkeiten, die Energiebilanz im Haus zu verbessern. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien, effizienter Dämmsysteme oder energiesparsamer Heizsysteme lassen sich im Bereich Wohnen große Potenziale für mehr Klimaschutz erschließen. Und Gebäude durch Modernisierung klimafreundlicher machen. Diese Potenziale können Unternehmen, Kommunen, aber auch Privatpersonen nutzen. Dafür gibt es finanzielle Förderung. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fasst die verschiedenen Programme zur energetischen Gebäudesanierung nun zusammen. Und vereinfacht damit die Beantragung. Wer gute Vorsätze zu mehr Klimaschutz in die Tat umsetzen möchte, erhält dabei unkompliziert Unterstützung. Der Förderwegweiser Energieeffizienz des Bundes hilft bei der Suche nach dem passenden Förderprogramm.

Photovoltaik auf dem Balkon? Aber klar!

Grafik eines Balkons, der mit Solarpaneelen verkleidet ist.

Photovoltaikanlagen sind nur etwas für Unternehmen und Hausbesitzer*innen? Ganz und gar nicht. Wer in einer Wohnung mit Balkon lebt, kann selbst Strom erzeugen. Mit einer eigenen Photovoltaik-Balkonanlage. Den Strom speist die Anlage direkt in das Hausnetz ein. Der Strom kann direkt verbraucht oder in einem privaten Stromspeicher gespeichert werden. Die Balkon-Photovoltaikanlagen wurden durch das Land gefördert. Die Fördergelder waren innerhalb weniger Wochen erschöpft.

Aktivieren

Wohnen mal anders

Menschen wollen neue Wege abseits klassischer Wohnformen gehen: Sie wollen generationenübergreifend, integrativ, interkulturell leben. Der Wunsch nach Gemeinschaft ist dabei groß. Mit diesem Wunsch eng verbunden ist das Ziel, langfristig weniger Ressourcen zu verbrauchen. Und das gelingt auf verschiedene Weisen.

Grafik eines Hauses, mit einem Zaun und Bäumen.

Das Wohnen-für-Hilfe

Das Prinzip ist ganz einfach: Menschen ziehen bei anderen Menschen ein und zahlen die Miete nicht mit Geld, sondern mit ihrer Hilfe. Das können Einkäufe, Garten- oder Hausarbeit sein. Oder auch Gesellschaft. Dieses Modell ist ein Tauschgeschäft, das für beide Seiten wertvoll ist. Zum Beispiel für Senior*innen und Studierende. Doch dieses Modell eignet sich nicht nur für ältere Menschen, die sich Unterstützung im Alltag wünschen. Wer viel arbeitet und wenig Zeit für die Haus- und Gartenpflege hat, profitiert ebenfalls. Als hilfsbereite Mieter*innen stellen sich meist Studierende oder Auszubildende zur Verfügung, für die Wohnraum meist sehr teuer ist. Die Gegenleistung für den Wohnraum wird ganz individuell ausgehandelt. Oder nach einer Faustregel festgelegt – zum Beispiel für jeden bezogenen Quadratmeter je eine Stunde Hilfe pro Monat.

Die Wohngemeinschaft

Ressourcen zu bündeln hat viele Vorteile. Menschen, die sich zu einer Wohngemeinschaft zusammenschließen, sparen Miet-, Heiz- und Nebenkosten. Das gemeinschaftliche Nutzen von Wohnraum ist dabei auch eine nachhaltige Art des Wohnens, denn sie spart Emissionen. Es gibt viele unterschiedliche Arten der Wohngemeinschaft – und die eignet sich für verschiedene Lebensphasen. Angefangen bei der klassischen Studenten-WG, über Wohngemeinschaften von berufstätigen Freunden bis hin zur Senioren-WG. Die Vorteile liegen auf der Hand: Weniger Kosten, weniger CO2, mehr gegenseitige Unterstützung.

Grafik eines Mehrfamilienhauses, mit einem Zaun und Bäumen.

Das Mehrgenerationenwohnen

Beim Mehrgenerationenwohnen leben Jung und Alt unter einem Dach. Egal ob Verwandte, Freund*innen oder Menschen mit gleichen Wertvorstellungen. Die Mitglieder leben zwar meist in eigenen Wohnungen, sind aber füreinander da und übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Dabei profitieren die Generationen voneinander. Zudem sparen sie Kosten, indem sie Ressourcen teilen, zum Beispiel durch gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen oder Haushaltsgeräten.